fachWORTstatt
fachWORTstatt

Ein Pressebericht der fachWORTstatt:

Kammern: Archäologen stoßen auf Feuerstelle von Steinzeitjägern
 

Noch bis Mitte September finden im Grubgraben bei Kammern Lehrgrabungen des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie (OREA) statt - unter der Leitung von Dr. Thomas Einwögerer.

 

LANGENLOIS (mk) „Mit Lehrgrabungen vermitteln wir unseren Studentinnen und Studenten das Knowhow zur Anlage und Durchführung von archäologischen Ausgrabungen!“ erläutert Dr. Thomas Einwögerer. Darüber hinaus stoßen die Studenten im Löss des Grubgrabens in der Gemeinde Hadersdorf-Kammern immer wieder auch auf interessante Funde - dieses Mal etwa auf eine Feuerstelle steinzeitlicher Jäger. „Die Jäger kamen, um Rentiere zu erlegen, die hier zu bestimmten Zeiten vorüberzogen,“ erläutert Dr. Einwögerer.  

 

Kammern als Sommerlager von Steinzeitjägern

Zeitlich werden die Funde der Würm-Eiszeit zugeordnet - eine Zeit, in der Donau und Kamp im Sommer aus den Flussniederungen ein geradezu amphibisches Gelände schufen, mit Hunderten von kleineren und größeren Flussläufen, die um sumpfige Inselchen und moorige Gebiete mäanderten, und über dem dichte Schwärme von Mücken und anderen Insekten schwirrten. Weiter hoch in Richtung des heutigen Heiligensteins taute der Permafrostboden in diesen Monaten an der Oberfläche auf, so dass auch das Lager der Steinzeitmenschen im Grubgraben praktisch im Matsch stand und zum Teil mit größeren Steinen bewohn- und begehbar gemacht wurde - mit Felsgestein, das etwa vom Heiligenstein hierher gebracht werden musste. Der Jagderfolg hat diesen Aufwand offenbar gerechtfertigt, denn die Steinzeitler kamen immer wieder und hinterließen den heutigen Archäologen hochinteressanter Funde. 
 
Fünf Kulturschichten

Insgesamt haben die bisherigen Forschungen im Grubgraben fünf Kulturschichten festgestellt. Dabei waren auch Strukturen einer Behausung, für die die Radiokarbon-Datierung ein Alter von rund 18.000 bis 19.000 Jahre ergab. Darüber hinaus wurden bei Grabungen zahlreiche Knochenprodukte gefunden. Dr. Thomas Einwögerer: „Besonders bemerkenswert sind ein Lochstab, das Fragment einer Speerschleuder und die Flöte aus einem Rentierknochen.“
 

Alter Fundplatz
Der Grubgraben ist wohl der älteste in Österreich entdeckte Freilandfundplatz des Paläolithikums. Seine Forschungsgeschichte beginnt 1870, die systematische Erforschung Mitte der 1980er Jahre. Die Grabungen des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie (OREA) im Grubgraben werden vom Land Niederösterreich finanziell gefördert und vom Weingut Schloss Gobelsburg, in deren Weingärten sie durchgeführt werden, „vorbildlich unterstützt“ - so Archäologe Dr .Thomas Einwögerer.

 

(für "Bezirksblätter Krems" und "Lois!")

 

 

 

Hier finden Sie uns:

fachWORTstatt
Franz-Josef-Straße 14
3550 Langenlois

Kontakt:

Rufen Sie einfach an unter

+43 660 6965911+43 660 6965911

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Fachwortstatt